Die Historie

Die Geschichte der Marke Alfa Romeo von 1910 bis 2011

Von 1910 bis 1945

Das Stammwerk von Alfa Romeo im Bezirk Portello von Mailand entstand 1906 als weiteres Automobilwerk des französischen Unternehmers Alexandre Darracq und Sitz seiner italienischen Niederlassung Società Anonima Italiana Darracq.1909 übernahmen die an der Niederlassung beteiligten Geschäftsleute aus der Region die Aktienmehrheit und veranlassten die Entwicklung eigener Automobile.

Am 24. Juni 1910 änderten die Unternehmer aus der Lombardei die Firma der Gesellschaft in Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili („Aktiengesellschaft Lombardische Automobilfabrik“) und wählten A.L.F.A. als Kurzbezeichnung. Dieses Ereignis gilt heute als der offizielle Gründungszeitpunkt.

Im selben Jahr brachte das Unternehmen mit dem Modell 24 HP auf den Markt, am Kühlergrill den Markennamen Alfa. Sogleich stellte man sich dem Wettbewerb auch im Rennsport mit zwei Alfa 24 HP bei der nächsten Targa Florio im Mai 1911.

1914 begann der Erste Weltkrieg. Die Autoproduktion wich der Rüstungsproduktion. Nach Kriegsende wurden dann ab 1919 im Werk Portello auch wieder noble zivile Fahrzeuge produziert. 1920 wurde der Name des neuen Eigentümers in den Markennamen aufgenommen: aus Alfa wurde Alfa Romeo. 1923 gelang mit dem Alfa Romeo RL der erste große Erfolg im Rennsport, der Doppelsieg bei der Targa Florio. 1925 wurde die erste Weltmeisterschaft des Automobilrennsports ausgetragen und Alfa Romeo erster Weltmeister.

Doch die Umstellung auf die Nachkriegswirtschaft misslang, 1926 war Alfa Romeo zahlungsunfähig und nun abhängig von den Bürgschaften der Banca d’Italia, die der Diktator Benito Mussolini verfügte. 1933 wurde das Unternehmen unter dem Namen S.A. Alfa Romeo in die staatliche IRI-Gruppe eingegliedert. Der technische Erfolg blieb in dieser Zeit ungefährdet, so baute Alfa Romeo in den 1930er Jahren mit einer Version des 8C 2900 das schnellste Serienauto der Welt (205 km/h).

Von 1946 bis 1986

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Stammwerk in Portello zu drei Fünfteln beschädigt. Mit Hilfe der aus dem Krieg heimkehrenden Mitarbeiter begann der Wiederaufbau. Ab 1946 verließen unter dem Firmennamen „Alfa Romeo S.p.A.“ wieder erste Automobile die Werkshallen. Der Markt für die teuren Vorkriegskonstruktionen war jedoch sehr klein.

In den 1950er Jahren erstarkte Alfa dann durch serienproduzierte Wagen, etwa der Giulietta (1954) und der im neuen Werk in Arese produzierten Giulia (1962). Zahlreiche Rennerfolge und sportliche Fahrzeuge wie die Giulia und ihre Ableger, wie z.B. Spider und GT. Diese prägten in den 1960er und 70er Jahren den Ruf Alfa Romeos als Hersteller von hochwertigen Sportfahrzeugen.
Die Serienausstattung mit Rundum-Scheibenbremsen, Fünfgang-Getriebe und vor allem der Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und der Mehrfach-Vergaseranlage setzten Maßstäbe, die von anderen Herstellern dieser Klasse erst Jahre später übernommen wurden. Allerdings lag der Preis einer Giulia 1600 z. B. 1972 auch über dem eines vergleichbaren BMW 2002, damit blieb das Fahrzeug außerhalb Italiens einer überschaubaren Fangemeinde vorbehalten.

Ab den 1970er Jahren ging Alfa Romeo neue Wege, vor allem durch den Kompaktwagen Alfasud. Der Alfasud markierte einen technischen Wendepunkt für Alfa Romeo: er war der erste Personenwagen des Herstellers mit Frontantrieb.

Der Alfasud wurde nicht wie die andere Modelle in Norditalien, sondern in einem neuen Werk in Süditalien gefertigt, dass Alfa Romeo auf Weisung der italienischen Regierung errichten musste, um die Region mit der höchsten Arbeitslosigkeit Italiens zu fördern. Die Belegschaft war ebenso unerfahren wie selbstbewusst: in 13 Jahren gab es 700 Streiks, also durchschnittlich einen Streik pro Woche. Die Verarbeitungsqualität des Alfasud unterlag dementsprechend starken Schwankungen. Zeitgleich mit der Einführung des Alfasud griff Alfa Romeo auf die Transaxle-Bauweise zurück und führte sie ab 1972 mit der Alfetta beginnend in der gesamten Mittelklasse ein

Die Fiat-Ära seit 1986

Alfa Romeo wurde schließlich 1986 von dem Staatsunternehmen an den privaten Fiat-Konzern veräußert, der Alfa Romeo zunächst gemeinsam mit Lancia in der Gesellschaft Alfa-Lancia Industriale S.p.A. führte. Diese wurde schließlich auf die Fiat Auto S.p.A. überführt. Alfa Romeo wird seitdem als unselbstständige Geschäftseinheit geführt. Daher sprechen viele Alfisti vom 75 (ab 1985 zum 75-jährigen Unternehmensjubiläum) als letztem echten Alfa Romeo, obwohl auch der 164 (welcher 1987 auf den Markt kam) schon fertig geplant war, bevor Fiat Alfa aufkaufte.

Der 164 war jedoch der erste große Alfa (aus der Produktion „Nord“) mit Vorderradantrieb, und seine Plattform wurde gemeinsam mit Fiat (Croma), Lancia (Thema) und Saab (9000) entwickelt. Am Beispiel des 155 kann man die sehr enge Verwandtschaft zu Fiat erkennen, ist der 155 doch beinahe baugleich mit dem Fiat Tempra, obwohl die klassischen Vierzylinder-Alfa-Motoren mit zwei obenliegenden Nockenwellen weiter verwendet wurden.

Bei den Alfa-33-Nachfolgern 145 und 146 verschwanden 1997 die seit 1972 aus dem Alfasud bekannten Alfa-Boxermotoren und man setzte bei diesen Modellen lieber auf die Reihen-Vierzylinder
Große Aufmerksamkeit erregte die Marke wieder mit dem Alfa 156, der 1998 als erster Alfa Romeo zum Auto des Jahres gewählt wurde.
Seit 2007 ist Alfa Romeo wieder eine Aktiengesellschaft, ist aber weiterhin Bestandteil des Fiat Konzerns.